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07.
Dezember
2016

Der Segen der Kunst

Wie wichtig Kunst ist, erfährt man in Ländern, wo diese rar ist.

Bei unseren derzeitigen Afrika-Projekten sind wir Maria* begegnet. Sie wirkt in einem einwöchigen Chorprojekt mit, das wir seit 2 Jahren in Kigali durchführen. Ihre Lehrerin stellt nun dieses Jahr grosse Fortschritte in der Stimme von Maria fest. Und ihr lokaler Mentor fügt etwas Wichtiges hinzu: „Maria ist, seit sie im Chor singt, eine andere Person. Sie ist im Vergleich zu früher enorm aufgeweckt und übernimmt selber Verantwortung – zum Beispiel in der Kirche. Es gibt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen ihrer Freude am Singen und ihrer persönlichen Entwicklung.“

Thomas* ist ein junger Mann. Er sagt: „In Ruanda haben wir jungen Leute kaum Selbstvertrauen. Unsere Eltern sind im Genozid umgekommen und so mussten wir als Waisen aufwachsen. Erst durch den Musikunterricht habe ich Selbstvertrauen gewonnen. Mein Lehrer hat mir geholfen, das richtige Instrument zu wählen und meinen Stil zu finden. Jetzt weiss ich, dass ich etwas kann.“

Jean-Pierre* sagt: „Ich bin vom Land in die Stadt gekommen. Ich fühlte mich hier von Anfang an minderwertig. Aber dann habe ich gemerkt: Meine künstlerische Ausdrucksweise ist einzigartig. Ich selber bin einzigartig und muss mich nicht minderwertig fühlen.“

Alle, die künstlerisch tätig sind, wissen es längst: Kunst fördert die „Individuation“ – sprich: die Selbst-Findung und die Persönlichkeitsentwicklung. Kunst eröffnet Zugänge zu verschlossenen Emotionen. Kunst wirkt heilend. Kunst tröstet. Kunst ist eine wunderbare Schöpfungsgabe und ein Segen, wo sie verantwortungsvoll und sorgfältig ausgeübt wird. Und erst recht, wo der Künstler offen ist für das Wirken des „Creator spiritus“, den Schöpfergeist Gottes. Der Künstler: das heisst auch gerade der Musik- und der Kunstlehrer wissen das gut.
Wie wichtig Lehrer und Mentoren sind, wird an den in Afrika erzählten Berichten auf wunderbare Weise deutlich. Auch wenn man auf anderen Kontinenten und vor allem in „kulturgesättigten“ Ländern solche Geschichten kaum hört: Es gibt sie bestimmt auch dort zu Hauf.
Jeder Kunst- und Musikunterricht, jedes gute Kunstwerk bewirkt Segen! Lasst uns – auch inmitten aller ermüdenden und manchmal frustrierenden „Knochenarbeit“, die man als Musik- und Kunst-Lehrer und als Künstler nur zu gut kennt – Gott dafür danken.

*Name geändert

Text: Beat Rink

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Künstlerportrait

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Tanja Urben

Gesang, Musical, Performance Art
Nach Abschluss der Matura mit Schwerpunktfach Musik (Querflöte) in Basel, absolviert Tanja Urben von 2006 – 2009 die dreijährige Ausbildung zur diplomierten Musicaldarstellerin an der «Swiss Musical Academy» in Bern (CH) und bildet sich 2011 in New York am Steps
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