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07. Februar 2019

“Your Kingdom Come…” / „Dein Reich komme…“

By | Tune In | No Comments

ENGLISH

When we pray for the Kingdom of God to come, what are we praying for?  

Hallowed be your name
First, we can look back at the phrase immediately preceding this petition: hallowed be your name. How can we make God’s name holy, when it simply is, in and of itself, holy? We discover that it is a request that we are able to make his name holy, that all his creation, ourselves included, would be worthy bearers of his name and that we would actively glorify him in all we do. “Lord, your name be glorified throughout the earth! Hallowed by your name!” In order for us to pray for God’s Kingdom to come, we first commit ourselves to hallowing his name. 

Already, but not yet
As Christians, we live in the “already, but not yet”. God invaded space and time when Jesus came at Christmas, and he defeated death with the empty tomb at Easter. But we still wait his ultimate coming, the final ending of death. When we pray for his Kingdom to come, we pray for him to finish what he started and for him to come and rule for all time. 

A carpenter?!
Jesus’ followers, the original recipients of this prayer, were well-versed in the prophesies about the coming Kingdom. They were expecting God to sweep in as King and claim glory and power, and for him establish his kingdom. How confusing it must have been to realize that a poor carpenter from Nazareth was the Messiah!  

„On earth“!
Western Christianity has tended to shy away from this element of the teaching, focusing only on our personal relationship to Christ and the future ultimate Kingdom. But the “on earth” part is really important! To ignore that is to ignore that through Jesus something actually happened, that something is happening, and that something will happen. We remember and celebrate what has happened, we actively build his Kingdom in the here and now, and we look for the coming Kingdom. 

Playing God’s composition
As Christ’s followers, as his image-bearers on earth, we are one major way that God continually brings about his Kingdom on earth. One metaphor borrowed from NT Wright is helpful: Jesus has written the greatest piece of music of all time, and Christians are musicians who, enthralled by his composition ourselves, perform it over and over before a world filled with cacophony. For those of us who are artists by vocation, this metaphor (however imperfect) hits even closer to home. We have been given crafts to hone which can point to the coming Kingdom. We create beauty and tell stories that point to a greater reality.  

Questions: 
How can I build for the Kingdom today also as an artist? 
How does the work I do point to the Kingdom?  

Thanks to Claudia Gebauer, who sent a link to this setting of the Lord’s Prayer.  We’d love to hear your favorite setting(s) as well! Do send them in! 

*I am writing this series of TuneIns from my notes for a small group study on the Lord’s Prayer I am leading for the American Church Berlin. I draw very heavily from three sources: Martin Luther’s A Simple Way to Pray, NT Wright’s The Lord and His Prayer, and Tim Keller’s Prayer (in which he in turn draws from Luther, John Calvin and St Augustine).  

Text: Lauren Franklin-Steinmetz / Cellist, Berlin 

DEUTSCH

Wenn wir beten, dass das Reich Gottes kommen möge: Wofür beten wir dann eigentlich?  

Dein Name werde geheiligt
Nehmen wir uns zunächst die Bitte vor, die unmittelbar vorausgeht: „Dein Name werde geheiligt“. Wie können wir Gottes Name heilig „machen“, wenn er schon von sich aus und in sich heilig ist? Darin muss eine Aufforderung stecken, der nachzukommen wir imstande sind. Wir sollen uns – zusammen mit der gesamten Schöpfung – der Tatsache als würdig erweisen, dass wir diesen Namen anrufen und als Ebenbilder Gottes auch selber tragen dürfen. Und dass wir ihn deshalb aktiv und durch alles hindurch, was wir tun, ehren sollen: „Herr, Dein Name sei gelobt in aller Welt! Geheiligt werde Dein Name!“ Damit wir für das Kommen seines Reiches bitten können, müssen wir uns zuerst dazu verpflichten, seinen Namen zu heiligen. 

Schon jetzt, aber noch nicht
Als Christen leben wir im „Schon jetzt, aber noch nicht“. Gott ist an Weihnachten in den Raum und in die Zeit eingetreten und hat an Ostern mit dem leeren Grab den Tod besiegt. Und dennoch warten wir auf sein letztes Kommen, auf das endgültige Ende des Todes. Wenn wir darum bitten, dass sein Reich komme, dann beten wir darum, dass er vollendet, was er begonnen hat, und dass er kommt, um für alle Zeiten zu regieren. 

Ein Schreiner?!
Die Jünger von Jesus waren als die ersten Hörer dieses Gebets mit den prophetischen Worten über das kommende Reich bestens vertraut. Sie erwarteten, dass Gott als König diese Welt betreten würde, um, mit Ruhm und Macht bekleidet, seine Herrschaft zu errichten. Wie verstörend muss für sie gewesen sein, in einem armen Schreiner aus Nazareth den Messias zu erkennen!  

„Auf dieser Erde“!
Das abendländische Christentum hat sich in der Folge eher davor gescheut, über das Reich Gottes zu lehren. Statt dessen hat es die persönliche Beziehung zu Christus und das Kommen des endzeitlichen Reiches betont. Aber dass das Reich Gottes auf „diese Erde“ kommt, ist sehr wichtig! Dies zu ignorieren würde heissen, dass wir ignorieren: Etwas geschah, geschieht und wird wirklich geschehen. Wir gedenken daran und feiern, was geschehen ist. Wir bauen aktiv an seinem Reich hier und jetzt und halten gleichzeitig Ausschau nach dem künftigen Reich. 

Gottes Komposition spielen
Gott baut sein Reich auf unserer Erde besonders durch uns, die Nachfolger Christi und seine irdischen Ebenbilder. Eine Metapher des Theologen NT Wright ist da hilfreich: Jesus hat das grösste Musikstück aller Zeiten komponiert. Christen sind von dieser Musik begeistert und führen als Musiker dieses Werk immer und immer wieder auf, bevor sich die Welt mit Kakophonie füllt. Den Künstlern unter uns mag diese Metapher trotz ihrer Begrenztheit etwas Besonderes sagen. Wir haben Fähigkeiten bekommen, die wir ausbilden und mit denen wir auf das kommende Königreich hinweisen können. Wir schaffen Schönes und erzählen Geschichten, die eine grössere Wirklichkeit andeuten.  

Fragen:
Wie kann ich an Gottes Reich heute mit-bauen – auch als Künstler? Wie kann, was ich tue, auf das Reich hinweisen?  

Ein Dank an Claudia Gebauer, die auf eine weitere Vertonung des „Vater Unser“ hingewiesen hat.  
Bitte sendet auch weitere Vertonungen des Vater Unser.

* Diese TUNE IN-Serie entsteht im Zusammenhang mit einer Studiengruppe zum Vaterunser, die ich in der „American Church“ in Berlin leite. Ich beziehe mich stark auf drei Quellen: Martin Luther: „Eine einfältige Weise zu beten“. NT Wright: „The Lord and His Prayer“ undTim Keller „Prayer“ (mit Bezügen zu Luther, Calvin und Augustinus).

Text: Lauren Franklin-Steinmetz, Cellistin / Berlin
Übersetzung: Beat Rink

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