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09.
März
2016

Wir brauchen unbedingt Schönheit !

Die nachfolgende Geschichte, die das Ehepaar Donald und Laura Malcom-Eastman in der Crescendo-Zeitschrift Nr.83 erzählt hat, ist nicht nur für Menschen in Afghanistan relevant, wo die beiden Künstler einen wunderschönen „Garden of Peace and Hope“ initiiert und umgesetzt haben. Die Idee dieses Projekts ist überall gültig, wo Schönheit fehlt. Und die Geschichte zeigt uns: Gott möchte, dass wir Schönes schaffen – als Zeichen seiner unendlichen Liebe und Gnade.

Eine Anfrage der Regierung und eine Vision

Der „Garden of Peace and Hope for Kabul“ wurde 2011 nach einer sehr konkreten und völlig überraschenden Anfrage aus dem Büro des Präsidenten Karzai ins Leben gerufen. Einen Garten zu planen, passte eigentlich nicht zu den erklärten Zielen unserer Partnerorganisation. Als die Anfrage kam, waren wir gerade in Kabul auf einer Erkundungsreise. Das Unglaubliche war, dass ich (Donald) gerade ein paar Stunden vor dieser Anfrage einen nächtlichen Traum oder eigentlich eine Vision hatte, in der ich einen Garten in Kabul entwarf und anbaute…. Ich fertigte dann für die afghanische Regierung Entwürfe an, die gebilligt wurden.

Ein konkretes Hoffnungszeichen – und ein Kulturzentrum
Afghanistan litt seit vielen Jahrzehnten unter Krieg, harter Besatzung und extremer Unterdrückung. Die Folgen waren eine völlige Zerstörung des Landes und tiefste Armut. Ein Stabschef erläuterte uns, das Land kenne dramatische Nöte; aber zu den dringendsten Bedürfnissen gehöre Schönheit.
Als wir im Mai 2009 die Eröffnung feierten, waren die rund zwanzig anwesenden Minister völlig sprachlos und überwältigt von der Schönheit und dem hier erfahrbaren Frieden. Die Soldaten vom Sicherheitsdienst blieben noch lange nach der Zeremonie sitzen oder gingen stumm mit ihren geschulterten Gewehren herum, da den Duft einer Rose geniessend, dort eine Blume mit der Hand umfassend. Führende Regierungsvertreter meinten, der Garten sei ein konkretes Zeichen der Hoffnung dafür, dass aus Zerstörung und Krieg Neues entstehen kann. Dann ordneten sie an, dass alle Schulkinder von Kabul den Garten besuchen oder wenigstens durch einen Videofilm davon erfahren sollten. Zusätzlich sollte ein Kulturzentrum für junge afghanische Künstler entstehen. Ausserdem lud uns die Regierung ganz offiziell ein, Musik nach Afghanistan zu bringen.

Ein „biblischer Garten“

Das Design des „Garden of Peace and Hope“ basiert auf Gestaltungsprinzipien und Symbolen, die sich an das anlehnen, was man als „biblischen Garten“ bezeichnen könnte. In vielen Aspekten erinnert er an einen mittelalterlichen Klostergarten oder an einen traditionellen islamischen Garten.
Es ist ein rechtwinkliger, ummauerter Raum mit einem massiven Holztor, das Schutz vor Gewalt und den Wider-wärtigkeiten des Lebens symbolisiert und in der Tat auch diese Funktion erfüllt.
Es gibt verschiedene Arten von Wasserspielen, darunter dreizehn Springbrunnen. Der eine Springbrunnen steht zentral und ist dreistufig – und symbolisiert damit die Trinität. Er hat einen achteckigen Marmorsockel, der für die Begegnung zwischen Gott und Mensch steht. Acht Worte sind in den Sockel eingraviert wie „Liebe, Friede, Freude, Barmherzigkeit, Hoffnung“ usw. Die anderen, die kleinen Springbrunnen fliessen in vier Rinnen; sie symbolisieren die vier Flüsse, die von Gottes Thron ausgehen und Heilung bringen.
Ausserdem gibt es vier Obstbäume, von denen jeder gemäss biblischer und islamischer Literatur einen bestimmten Symbolwert hat. Und Rosen verschiedenster Sorten setzen den Hauptakzent.

Heute, 2016, entwickelt sich der Garten weiterhin positiv und ist ein grosser Segen für Viele. Inzwischen besteht eine enge Verknüpfung zum staatlichen Kunstmuseum in Kabul und den dortigen Veranstaltungen.

© Crescendo 2016

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Künstlerportrait

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Maya Heusser

Theater, Musical
Bühnenreif macht Musicals. Konzept, Story und Regie von mir und alles andere aus meinem grossen Netzwerk. Zur Zeit sind wir mit dem Musical Küstenpfad auf Tournee. Ein Stück für die kleine Bühne mit viel Weitsicht. Das Thema ist Einsamkeit und
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