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24. April 2018

The important echo to the “Echo” / Das wichtige Echo auf den “Echo”

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ENGLISH

Prize-winning anti-Semitism
A couple of years ago we found the jury of the German “Echo” prize great when they selected two of our friends, the Japanese conductor Masaaki Suzuki and the Austrian singer Miriam Feuersinger, for awards.
A few days ago, however, the enthusiasm gave way to sheer dismay. On 12th April, of all days, Holocaust Remembrance Day, the album “Jung Brutal Gutaussehend 3” [“Young Brutal Good-Looking 3”] by the rappers Kollegah and Farid Bang won a prize.
This contained the worst of anti-Semitic verses, which can only be understood as hate-filled propaganda: “My body is more marked than Auschwitz inmates”. Or: “I’m just going to start another Holocaust, come here with the Molotov”. It goes on in similar style, taking up the themes of Christianity (negative!) and Islamist terror attacks (positive!).
The “Echo” prize generally goes to successful musical productions. The CD by the gangsta rappers was in fact sold over 100,000 times within a short time, with millions of video streaming. But the “Echo” does not just follow the market. There is an advisory board, which has to give its approval.

The Echo
Now, it is precisely this advisory board which came under intense fire after the award for the two violent rappers. Luckily, an outcry arose from the media. The latent (and acute!) anti-Semitism was suddenly a topic. Many artists gave their “Echos” back. And how did the “Echo” advisory board react? It appealed “to those in positions of responsibility in politics and society (…) to conduct a serious debate on the significance and interpretative framework of art and freedom of expression.” The board thus invoked, in grand words, the principle of artistic freedom, which they do not want to limit.

Artistic freedom under threat
Artistic freedom, artistic autonomy, is a precious asset which, as is generally known, is especially threatened by reactionary forces today, and in some countries is subject to massive limitations. Artistic freedom has to be defended – against any kind of censorship in the name of power politics. But it must also be protected against a liberalism in cultural politics which spreads a protective cloak over criminal utterances. Not only does this liberalism make itself the accomplice of criminality, but it also provides precisely the fateful power politician with a further argument for a comprehensive “limitation of artistic freedom”. Such liberalism is therefore not only unethical, but also foolish. It is just as open for demons as raw power politics.

The demonic
As Christians, we in particular must speak of “the demonic” where such horrifying songs are concerned. Culture is a spiritual battlefield. We are reminded of this once again in such debates as the one now taking place in Germany. Perhaps there are times when we even experience this ourselves. Ephesians 6,12ff. helps us to find the right reaction: with spiritual clear-sightedness (“For our battle is not against flesh and blood, but against … the spiritual forces of evil in the heavenly realms”), with spiritual weapons of defence and not with physical aggression (this includes taking up the authority which Christ gives us), and with the readiness to go forward actively with the “gospel of peace”.

Question
Do you personally experience that “culture” is a spiritual battlefield? (Be careful: the task is not to “spiritualise” things wrongly and to see the demonic where it is not present.) How do you react to this?
Read Ephesians 6,12 ff. and reflect on which weapons you should put on or how you should pray. Perhaps you can bring this topic into a group of Christian artists.

Text: Beat Rink
Translation: Bill Buchanan

DEUTSCH

Preisgekrönter Antisemitismus
Vor ein paar Jahren fanden wir die Juroren des deutschen „Echo“-Preises noch grossartig, als sie unsere beiden Freunde, den japanischen Dirigenten Masaaki Suzuki und die österreichische Sängerin Miriam Feuersinger, ehrten. Vor ein paar Tagen wich die Begeisterung aber dem blanken Entsetzen. Ausgerechnet am 12.April, dem Holocaust-Gedenktag, wurde das Album “Jung Brutal Gutaussehend 3” der Rapper Kollegah und Farid Bang ausgezeichnet.
Darin finden sich schlimmste antisemitische Verse, die nur als hasserfüllte Propaganda verstanden werden können: “Mein Körper (ist) definierter* als von Auschwitz-Insassen”. Oder: “(Ich) mache wieder mal ‘nen Holocaust, komm an mit dem Molotow”. Es geht in ähnlichem Stil weiter, wo der christliche Glaube (negativ!) oder islamistischen Attentate (positiv!) thematisiert werden.
Der „Echo“-Preis zeichnet vor allem erfolgreiche Musikproduktionen aus. Tatsächlich wurde die CD der Gangsta-Rapper innert Kürze 100’000 mal verkauft und die Videos millionenfach gestreamt. Aber der „Echo“ folgt nicht ausschliesslich dem Markt. Es gibt einen Beirat, der seinen Segen geben muss.

Das Echo
Nun kam gerade dieser Beirat nach der Preisverleihung an die beiden Gewaltrapper unter starken Beschuss. Durch die Medien ging zum Glück ein Aufschrei. Der latente (und akute!) Antisemitismus wurde zum Thema. Viele Künstler gaben ihren „Echo“ zurück. Und wie antwortete der „Echo“-Beirat? Er appellierte “an die politisch wie gesellschaftlich Verantwortlichen (…), eine ernsthafte Debatte über die Bedeutung und den Deutungsrahmen der Kunst- und Meinungsfreiheit zu führen”. Er berief sich also mit grossen Worten auf die künstlerische Freiheit, die man nicht habe einschränken wollen.

Bedrohte künstlerische Freiheit
Künstlerische Freiheit, künstlerische Autonomie ist ein hohes Gut, das bekanntlich gerade heute von reaktionärer Seite bedroht ist und in einigen Ländern massiv eingeschränkt wird. Künstlerische Freiheit muss verteidigt werden – gegen jede Zensur im Namen der Machtpolitik. Sie muss aber auch gegen einen kuturpolitischen Liberalismus verteidigt werden, der den Schutzmantel über kriminelle Aussagen breitet. Dieser Liberalismus macht sich nämlich nicht nur zum Handlanger von Kriminalität, sondern er liefert ausgerechnet den unseligen Machtpolitikern ein weiteres Argument für die umfassende „Einschränkung der künstlerischen Freiheit“. Solcher Liberalismus ist also nicht nur unethisch, sondern auch dumm. Er ist für Dämonien ebenso anfällig wie plumpe Machtpolitik.

Dämonien
Denn man muss gerade als Christ von „Dämonien“ reden, wenn es um so schreckliche Songs geht. Kultur ist ein geistliches Kampffeld. Dies wird in solchen Debatten, wie sie momentan in Deutschland geführt werden, wieder einmal bewusst. Möglicherweise erfahren wir dies sogar selber da und dort. Epheser 6, 12ff. hilft uns, darauf richtig zu reagieren: Mit geistlicher Klarsicht („wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit … den bösen Geistern unter dem Himmel“), mit geistlichen Verteidigungswaffen statt mit physischer Aggression (dazu gehört das Einnehmen der Autorität, die uns Christus gibt) und mit der Bereitschaft, aktiv für die „Botschaft des Friedens“ vorwärtszugehen.

Frage
Erfährst du selber, dass „Kultur“ ein geistliches Kampffeld ist. (Aufgepasst: Es geht nicht darum, Dinge falsch zu „vergeistlichen“ und Dämonien zu sehen, wo keine sind.) Wie reagierst Du darauf?
Lies Epheser 6,12 ff. und denke darüber nach, welche Waffe du anziehen bzw. wie du beten sollst. Vielleicht nimmst du dieses Thema in einen christlichen Künstlerkreis mit.

* =stärker gekennzeichnet

Text: Beat Rink

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