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15. November 2017

Rightful listening * Richtig zuhören können

By | Tune In | No Comments

ENGLISH

A conversation with my son
Last week I was talking with my 4-year-old son about self-control and making wise choices, and how we can always ask God to help us when we are struggling.  He noted, “But when God is telling me not to do bad things, he speaks so quietly!  His voice is so quiet.”
I imagine we have all felt that way at one time or another: we’ve felt that God’s voice, his leading, was nearly imperceptible.  It would sometimes be much more convenient if he screamed his guidance to us, or if he gave us brightly flashing signs or some sort of physical indication.  But he doesn’t do that; we have to listen.
The majority of people reading these Tune Ins are musicians— myself included— and listening is one of the most important things that we do.  One of the things that separates a great musician from a mediocre one is how well they listen.  And how frustrating it is to play with colleagues who do not listen well!  Listening is important in every area of life.

Music reminds us of rightful listening
When we practice or perform music, we are listening with a heightened awareness and focus. The flow of music is so complex and fast that we are not able to achieve a rational and analytical understanding of its meaning when we listen.  But listening helps us to connect to the flow of music, simultaneously filter what is important, and inspire our intuitive knowledge (or silent/tacit knowledge) to help us perform to the best of our abilities. Neuroscientists who study the brain activities of musicians found that both sides of our brains are stimulated and positively connected in manifold ways while performing music, which can even have an healing effect on the body. They also discovered that people in the audience who listen intently to music show the same levels of brain activity— listening is healthy for the brain— and that everyone can have a similar experience to that of a musician.  This also shows the beautiful effect of live music, bringing performers and audience into a community and providing a healing experience.  It is this communal experience of music-making which we experience in practicing, teaching, and in performance situations that reminds us we are blessed with a powerful God-given gift: music.  But the even greater gift is the ability to listen in a wholesome way.    But listening is not only valuable in our musical lives— we need to learn to listen well in all areas of our lives.

We need to learn to listen to God’s voice
My son was right: God usually does speak quietly.  Part of walking with Jesus, part of knowing God intimately, is recognizing and listening to God’s voice.  We do this by immersing ourselves in Scripture, which is God’s primary means of communicating with us today. Prayer is work and practice, and one of the things we accomplish there is learning to recognize his voice. Knowing the Bible is vital because it is through the litmus test of Scripture that we can be certain we are really hearing his voice and not false teaching or the echo of our own sinful hearts.
Much is being said about the amount of noise in our lives today, how busy and overstimulated we are.  It is true, and it would benefit every single one of us to spend more time in silence, allowing God to speak to us without distractions.  But when we really know his voice, as his sheep do (John 10:27), then we will hear him and follow him— even if the noise and busyness and stress around us are great.

We need to listen to others
Sometimes listening to others is really hard.  But we are given command after command throughout the Bible to love others.  Can you love others well without listening to them?  Or, negatively put, not listening is incredibly unloving.  Is there someone for whom you need to make time today?  In the midst of all our busyness, do we find time to listen to our family, friends, neighbors?  Or what about someone you may not know well, or may not even really know at all, who just needs a listening ear?  And really listen— don’t just wait for your turn to talk.
…let every person be quick to hear, slow to speak and slow to anger… (James 1:19)
Listening may also involve receiving criticism.  The ability to listen and have a teachable heart will be a blessing.  There is a a great deal said about this in Proverbs!  Here are a few selections:
The ear that listens to life-giving reproof will dwell among the wise.  (15:31)
Listen to advice and accept instruction, that you may gain wisdom in the future.  (19:20)
Like a gold ring or an ornament of gold is a wise reprover to a listening ear.
(25:12)
And lastly, God listens to us.  Listening is important, as we have seen.  And we have the great honor and comfort of knowing that God himself listens to us.  What a gift that can enable and encourage us to become listeners ourselves.
But truly God has listened; he has attended to the voice of my prayer. (Psalm 66:19)

PRAYER
Lord, I am often too self-centered to truly listen to others, and I neglect to really listen to you as well.  Please forgive me and help me to love well enough to listen.  Thank you that you do listen to me, and I am so humbled by and grateful for your love.  Amen.

Text: Uwe Steinmetz, Jazz musician

DEUTSCH

Ein Gespräch mit meinem Sohn
Letzte Woche unterhielt ich mich mit meinem 4-jährigen Sohn über das Thema „Selbstkontrolle“ und darüber, wie man weise, wohl durchdachte Entscheidungen fällt. Auch sprachen wir darüber, dass wir Gott jederzeit um Hilfe bitten können, wenn wir in Schwierigkeiten sind. Er meinte dazu: “Aber wenn Gott mir sagt, dass ich keine schlechten Dinge tun soll, dann spricht er so leise! Seine Stimme ist so leise.”
Ich denke, dass wir alle schon Ähnliches empfunden haben: Gottes Stimme, seine Führung, sind fast nicht wahrnehmbar. Es wäre manchmal viel besser, wenn er zu uns laut rufen oder uns grelle Warnsignale oder andere wahrnehmbare Zeichen geben würde.
Aber das tut er nicht; wir müssen zuhören. Viele TUNE IN-Leser sind Musiker; ich selber gehöre dazu. Zuhören ist eines der wichtigsten Dinge, die wir als Musiker tun können. Was einen grossen Musiker von einem mittelmässigen unterscheidet, ist die Fähigkeit, gut zuzuhören. Wie frustrierend ist es, mit Kollegen zu spielen, die nicht gut zuhören! Und Zuhören ist in allen Lebensbereichen wichtig.

Musik verhilft zu richtigem, “offenbarendem” Zuhören
Wenn wir üben oder Musik aufführen, hören wir mit erhöhter Konzentration und schärferem Fokus zu. Der Musikfluss ist dabei so komplex und schnell, dass wir die Musik nicht noch gleichzeitig mit rationalem und analytischem Verständnis durchdringen können. Aber Zuhören ermöglicht uns, uns mit dem Fluss der Musik zu verbinden, Wesentliches daraus herauszufiltern und uns mit unserem intuitiven (oder stillen) Wissen so inspirieren zu lassen, dass Musizieren auf dem (für uns) höchstmöglichen Niveau gelingt. Neurowissenschaftler, die die Hirnaktivitäten von Musikern erforschen, fanden heraus, dass beim Musizieren beide Gehirnhälften auf vielfältige Weise stimuliert und positiv miteinander verbunden werden. Dies kann sogar eine heilende Wirkung auf den Körper haben. Auch entdeckten sie, dass bei Menschen im Publikum, die aufmerksam zuhören, ähnliche Gehirnaktivitäten feststellbar sind. Zuhören ist also gesund für das Gehirn, und jeder Hörer kann Vergleichbares erfahren wie ein Musiker. Dies zeigt auch die Wirkung von Live-Musik, welche zwischen Vorführenden und Publikum eine besondere Gemeinschaft stiftet und heilsame Erfahrungen zeitigt. Diese gemeinschaftsstiftende Kraft des Musizierens ist es, die wir beim Üben, Lehren und in Aufführungssituationen erfahren, und die uns daran erinnert, dass wir mit einer mächtigen, gottgegebenen Gabe gesegnet sind: mit Musik. Aber das noch größere Geschenk ist die Fähigkeit, auf richtige Weise zuzuhören. Zuhören ist nicht nur in unserem musikalischen Leben wertvoll; es ist in allen Bereichen unseres Lebens bedeutsam.

Wir müssen lernen, auf Gottes Stimme zu hören
Mein Sohn hatte recht: Gott spricht für gewöhnlich leise. Zur Nachfolge Jesu, zur innigen Gotteserfahrung, gehören das Erkennen und das Hören von Gottes Stimme. Wir tun dies, indem wir uns in die Bibel vertiefen, die heute Gottes wichtigstes Kommunikationsmedium ist. Gebet ist Arbeit und Übung. Es lehrt uns, Gottes Stimme zu erkennen. Die Bibel zu kennen, ist dabei lebenswichtig, weil wir nur so, wie mit einem Lackmustest, sicher sein können, dass wir wirklich Gottes Stimme hören und nicht falschen Lehren oder dem Echo unserer eigenen sündigen Herzen nachgehen.
Es wird viel über den Lärm in unserem Leben gesprochen – und darüber, wie gestresst und überstimuliert wir alle sind. Das stimmt, und es würde jedem Einzelnen von uns helfen, mehr Zeit mit Schweigen zu verbringen und Gott zu ermöglichen, ohne Störgeräusche zu uns zu sprechen. Aber wenn wir seine Stimme wirklich kennen, wie es seine Schafe tun (Johannes 10:27), dann werden wir ihn hören und ihm folgen – selbst wenn der Lärm und die Geschäftigkeit und der Stress um uns herum überwältigend sind.

Wir müssen anderen zuhören
Manchmal ist es schwer, anderen zuzuhören. Aber wir werden in der ganzen Bibel dazu aufgefordert, andere zu lieben. Kannst du andere wirklich lieben, ohne ihnen zuzuhören? Oder negativ gesagt: Nicht zuhören ist unglaublich lieblos. Gibt es jemanden, für den du heute Zeit aufwenden solltest? Finden wir inmitten all unserer Geschäftigkeit noch Zeit, um unserer Familie, Freunden, Nachbarn zuzuhören? Oder was ist mit jemandem, den du vielleicht nicht gut oder gar nicht kennst, der aber ein offenes Ohr braucht? Und kannst du wirklich zuhören – und nicht nur darauf warten, dass du endlich selber etwas sagen kannst?
… lass jeden Menschen schnell hören, langsam sprechen und langsam wütend werden … (Jakobus 1:19)
Zuhören kann auch mit dem Hinhören auf Kritik verbunden sein. Die Fähigkeit, zuzuhören und ein lernfähiges Herz zu haben, sind ein Segen. Es wird viel darüber in den Sprüchen der Bibel gesagt! Hier eine kleine Auswahl:
Das Ohr, das da hört auf heilsame Weisung, wird unter den Weisen wohnen. (15:31)
Höre auf Rat und nimm Zucht an, dass du hernach weise seist. (19:20)
Ein Weiser, der mahnt, und ein Ohr, das auf ihn hört, das ist wie ein goldener Ring und ein goldenes Halsband. (25:12)
Und schließlich hört Gott selber uns zu. Zuhören ist wichtig, wie wir gesehen haben. Dabei ist es für uns eine große Ehre und ein riesiger Trost, dass Gott selber uns zuhört. Was für ein Geschenk! Dies befähigt und ermutigt uns, selber Zuhörer zu werden.
Aber wahrlich, Gott hat zugehört; Er hat sich um die Stimme meines Gebets gekümmert. (Psalm 66,19)

GEBET
Herr, ich bin oft zu egozentrisch, um wirklich auf andere zu hören. Und oft versäume ich es, auf Dich zu hören. Bitte vergib mir und hilf mir, in der Liebe zu wachsen, um ein besserer Zuhöre zu werden. Danke, dass Du selber mir zuhörst. Ich nehme Deine Liebe demütig und voller Dank an. Amen.

Text: Uwe Steinmetz, Jazzmusiker

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