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28.
Dezember
2015

Psalm 96

Psalm 96 für Piano Solo von Peter Bannister

Singt dem Herrn ein neues Lied! Alle Länder der Erde, singt zur Ehre des Herrn!
Singt für den Herrn und preist seinen Namen, verkündet Tag für Tag, dass er uns Rettung schenkt! Erzählt unter den Nationen von seiner Herrlichkeit, unter allen Völkern von seinen Wundern!
Denn groß ist der Herr, und ihm gebührt das höchste Lob. Ehrfurchtgebietend steht er über allen Göttern. Alle Götter der Völker sind schließlich nur Götzen, aber der Herr ist es, der den Himmel erschaffen hat.
Majestät und Pracht umgeben ihn, Macht und Herrlichkeit erfüllen sein Heiligtum. Erweist dem Herrn Ehre, ihr Völkerstämme! Preist die Herrlichkeit und Macht des Herrn!
Ja, erweist dem Herrn die Ehre, die seinem Namen gebührt. Bringt Opfergaben und kommt in die Vorhöfe seines Heiligtums! Betet den Herrn an in heiligem Festschmuck! Alle Welt soll vor ihm in Ehrfurcht erbeben. Verkündet es den anderen Völkern: »Der Herr ist König!« Fest gegründet ist die Erde, sie wird nicht wanken. Und der Herr wird für alle Völker ein gerechter Richter sein. Der Himmel soll sich freuen, und die Erde soll jubeln, rauschen soll das Meer mit allem, was in ihm lebt.
Die Felder sollen in Jubel ausbrechen mit allem, was auf ihnen wächst! Auch alle Bäume im Wald sollen jauchzen, wenn der Herr kommt! Ja, er kommt, um auf der Erde Gericht zu halten. Er wird die Welt gerecht richten und über alle Völker ein Urteil sprechen, durch das sich seine Wahrhaftigkeit zeigt.

In einer Kirche von Sao Paolo…

Das Bild entstand im Oktober in einer Kirche in Sao Paulo kurz vor dem Beginn des Gottesdienstes, an dem ich musikalisch beteiligt war. Das hohe Geländer der Empore, das keinen Blick in den Gottesdienstraum und auf die Gemeinde, sondern nur auf den Altar zuliess, und das strahlende, überwältigende Licht des mittigen Kronleuchters in der Kirche, in dem Christus als das Licht der Welt illustriert wird, weckten in mir Gedanken an Psalm 96.
Als MusikerInnen, die an Christus glauben und dies – so schwer dies auch sein mag – in unserer Musik mit erklingen lassen wollen, sind wir mit Psalm 96,1-3 aufgefordert…
– dem Herrn ein neues Lied zu singen
– vor der ganzen Erde!
– ihn vor der ganzen Erde mit dieser Musik zu lobpreisen – vor allen, die zuhören!
– seine heilende und heilige Gegenwart zu verkündigen – allen die zuhören!
– seine Herrlichkeit und seine Wundertaten wie wir sie selbst erlebt haben mitzuteilen – allen die zuhören!

Ein „neues Lied“ für den Konzertsaal, das Theater, den Jazz Club…
Diese Aufforderung können wir in den Konzertsaal, ins Theater, in den Jazzclub oder in den Kirchenraum hineinnehmen. Und auch andere Künstler, nicht nur Musiker, können sie für ihr Theaterspielen, Tanzen, Schreiben oder bildnerisches Gestalten in Anspruch nehmen. Und das „Lied“: Unsere Kunst mag alt oder modern sein, sie ist neu im Sinne des Psalmbeters, wenn es lebendig von unserem Glaubenserfahrungen erzählt. Dann wird unser Glaube stetig erneuert und daran erfrischt.
Ist dies vielleicht ein wenig zu hoher Anspruch? Psalm 96.4+5 erinnert uns: Der Gott, an den wir glauben, ist größer als alle anderen Götter. Dafür sollten wir ihn loben, denn aus unserer Ein-Sicht sind alle anderen Götter Götzen, unser Gott aber ist der Schöpfer aller Dinge.

Gott liebt Ästhetik und Wahrhaftigkeit
Gut – aber warum sollten wir dies nun überhaupt mit Musik (und anderer Kunst) vermischen? Psalm 96.6 macht deutlich: Der Gott, an den wir glauben, liebt Ästhetik und Wahrhaftigkeit – “Majestät und Pracht sind vor seinem Angesicht, Stärke und Herrlichkeit in seinem Heiligtum.” Wir glauben an einen Gott, der seine Schöpfung und das, was daraus immerwährend entsteht, lieben kann. Die Verse Psalm 96,10ff. erinnern daran: Ein so liebender, mit seiner Schöpfung innerlich verbundener Gott ist es wert, daß wir ihn loben – und zwar in allem, was wir für herrlich, prächtig, mächtig und schön halten. Weil wir an ihn glauben, wollen wir auch in dem, was uns so wertvoll ist (z.B. in der Musik, die wir gestalten), genau dieses Moment betonen – vor jedem und jederzeit. Damit tragen wir dazu bei, dass Gott in unserer Welt „gegenwärtiger“ ist und dass seine Gerechtigkeit allen Menschen näher kommt – jetzt und unmittelbar.

Hinter dem Vorhang – und zwischen Weihnacht und Neujahr
Wenn wir hinter dem Vorhang, auf der Empore oder im “Green Room” vor unserem nächsten Auftritt stehen, dann lasst uns ein kurzes Gebet sprechen: „Danke Gott, für all das was Du uns gibst und offenbarst. Hilf uns, dies mit anderen zu teilen und erneuere und erfrische uns.“
Wenn wir hinter dem Vorhang, auf der Empore oder im “Green Room” sind, dann befinden wir uns auch in diesem ganz besonderen Zustand der positiven Spannung, wie er uns zwischen Weihnachten und Neuem Jahr begleitet. Christus ist geboren. Er hat mit seiner Geburt eine Hoffnung geweckt, die für die Hirten, für Maria und Joseph und für die Könige sicherlich unmittelbar fühlbar ist. Und darüber hinaus erwacht ein Gefühl von Erwartungen, von Sehnsucht nach einem Heil und einer Heiligkeit, wie sie es zuvor nie gab. Dies begleitet die Jünger und Nachfolger Christi Zeit seines Lebens, bis zu seiner Kreuzigung und Auferstehung.

Die Gabe des Künstlers, „Hoffnung zu wecken“

Als Künstler, die an Christus glauben, tragen wir dieses Moment des “Hoffnung-Weckens” durch unseren Glauben in uns. Dies mag uns selber so marginal erscheinen – wie ein armes Baby in einem Stall in der Scheune einer Kleinstadt marginal ist. Aber da wir unseren Glauben darauf gründen, wird erfahrbar: Das Licht der Welt scheint auch im Kleinen auf. Und es gibt nichts Wertvolleres, was wir in unsere Musik und Kunst einfließen lassen könnten. Wenn wir das, was Psalm 96 uns nahebringt, mit den uns gegebenen Gaben erwecken, können wir selber erfahren, dass wir uns mitten in einem aktiven und heilenden Prozess wachsenden Glaubens befinden. Ich selber glaube daran, dass wir als Künstler die Gabe tragen, wie es die Jünger auf dem Wege nach Emmaus von einem unerkannten Christus erfahren haben, als sie sagten: “Brannte nicht unser Herz, als er mit uns sprach? (Lukas 24,32) Es entspricht dem, was sich Dietrich Bonhoeffer unter einem “religionslosen Christentum ” vorstellte: Wenn wir es annehmen können, dass Christus als Sohn Gottes in diese Welt gekommen und er uns persönlich präsent und nahe gekommen ist, dann können wir mit unseren Gaben andere Menschen bewegen, anrühren, erinnern, in Staunen und Gottesfurcht versetzen, versöhnen und heilen – und in ihnen dieselbe Hoffnung und dasselbe Licht auf unseren Gott hin wecken, das an Weihnachten erschienen ist.

Gebet:
Guter Gott, ich Danke Dir für Deine Nähe in meinem Leben. Lass mich die Geburt Deines Sohnes Jesus Christus als das Licht der Welt erleben. Lass mich die Quelle meines Lebens in all seinen Facetten feiern und im Neuen Jahr neue Wege damit gehen.

Text: Uwe Steinmetz, Jazzmusiker und Co-Leiter von “Crescendo Jazz”

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Künstlerportrait

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Maya Heusser

Theater, Musical
Bühnenreif macht Musicals. Konzept, Story und Regie von mir und alles andere aus meinem grossen Netzwerk. Zur Zeit sind wir mit dem Musical Küstenpfad auf Tournee. Ein Stück für die kleine Bühne mit viel Weitsicht. Das Thema ist Einsamkeit und
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