Zurück zur Übersicht

05. juillet 2019

Living water / Lebendiges Wasser

By | TUNE IN | No Comments

ENGLISH

During a stay in Rome in June 2011, I left the city for an afternoon in order to pay a visit to the Villa d’Este in Tivoli. This villa is particularly known for its garden, which counts no less than 100 (!) fountains. The main reason for me to visit the villa and its garden was the fact that the Hungarian composer Franz Liszt (1811-1886) stayed there for a while in 1878 and evoked the fountains of the garden in his famous Fountains at the Villa d’Este (Les jeux d’eau à la Villa d’Este, the fourth movement in his third volume Années de Pèlerinage), which became the model for later piano works related to water like Ravel’s Jeux d’eauDebussy’s Reflets dans l’eau and Falla’s Noches en los jardines de l’Espagne (which evokes the gardens in the Granada Alhambra, that contains quite a lot of fountains, too).

While walking around in the garden and listening to Liszt’s lovely piano piece on my iPod, I knew that Liszt had not been primarily interested in displaying the waterworks as such. The original edition of his piece contains a brief annotation in Latin at m.144 (the moment the key changes to D major), saying: ‘Sed aqua quam ego dabo, fiet in eo fons aquae salientis in vitam aeternam’. This is a quote from John 4:14 and concerns words of Jesus to a lonely Samaritan woman: The water that I will give him will become in him a spring of water welling up to eternal life.’ From John 7:37-39, we know that the living water is a symbol for the Holy Spirit. When Liszt arrived in the Villa d’Este, he was exhausted and distressed, and longed for rest and refreshment for his soul.

What Liszt presumably did not know, is that in Jesus’ time ‘living water’ meant much more than just ‘life-giving water’. Living water is streaming water, that comes directly from its source without ever having stood still anywhere. Such living water was required for ritual cleansing, which compelled the Jews to build ingenious channel systems to transport water. The bath of Siloam (John 9), for instance, was filled with such water, coming directly all the way from Bethlehem via such channels. In presenting the Spirit as living water, Jesus says that the Spirit comes directly from God himself to someone, without any intermediary. And this living water, Jesus says here, will become a new source in the believer, out of which the living water springs up into eternal life. This implies that God does not only directly connect to man via the Spirit, but man is also able to enter with God in direct contact through the Spirit.

Fifty days after Christ’s resurrection, this Holy Spirit was given to Christ’s followers in Jerusalem (as the Bible tells in Acts 2). The gift of this Spirit is annually commemorated and celebrated by Christians all over the world during Pentecost (a word, that is derived from the Greek pentèkostè, which literally means: the fiftieth [day]), because they know that this Spirit is still fully available to those who open their hearts for Jesus. Countless Christians around the world experience this on a daily basis.

May be, your soul is as thirsty as Liszt’s soul was. Either you never received the Spirit before, or you need renewal by the Spirit, you could pray along Liszt’s prayer (via the youtube link above, in a performance by Zoltán Kocsis) for the Spirit in your heart. In case you never received the Spirit before and you have questions, you can contact us.

Text: Dr. Marcel Zwitser 

DEUTSCH

Während eines Aufenthalts in Rom im Juni 2011 verließ ich an einem Nachmittag die Stadt, um die Villa d’Este in Tivoli zu besuchen. Diese Villa ist besonders für ihren Garten bekannt, in dem mehr als 100 (!) Brunnen stehen. Der Hauptgrund, warum ich die Villa und ihren Garten besuchte, war, dass der ungarische Komponist Franz Liszt (1811-1886) dort im Jahr 1878 eine Weile lebte und die Vorstellung von den Brunnen des Gartens in seinen berühmten „Brunnen der Villa d’Este“ evozierte (Les jeux d’eau à la Villa d’Este ist der vierte Satz seines dritten Werks Années de Pèlerinage). Diese Komposition sollte in späteren Klavier-Kompositionen, die mit Wasser in Zusammenhang standen, nachwirken – beispielsweise in RavelsJeux d’eau, in DebussysReflets dans l’eau und in FallasNoches en los jardines de l’Espagne (wo auf die brunnenreichen Gärten in der Alhambra von Granada Bezug genommen wird).

Während ich im Garten umherging und Liszt` wunderbares Klavierstück auf meinem iPod anhörte, merkte ich, dass Liszt nicht in erster Linie daran interessiert war, die Wasserspiele wiederzugeben. Die Originalfassung des Stücks beinhaltet einen kurzen lateinische Kommentar in Takt 144 (in dem Moment, wo die Tonart zu D-Dur wechselt). Dabei wird gesagt: „Sed aqua quam ego dabo, fiet in eo fons aquae salientis in vitam aeternam“. Dies ist ein Zitat aus Johannes 4,14. Jesus sagt dort zur Samaritanerin: „Das Wasser, dass ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben fliesst.“ Aus Johannes 7,37-39 wissen wir, dass das lebendige Wasser ein Symbol für den Heiligen Geist ist. Als Liszt in der Villa d’Este ankam, war er erschöpft, betrübt und sehnte sich nach Ruhe und Erfrischung für seine Seele.

Was Liszt vermutlich nicht wusste: Dass zur Zeit von Jesus „lebendiges Wasser“viel mehr bedeutete als „Leben spendendes Wasser“. Lebendiges Wasser ist fließendes Wasser, das direkt von der Quelle kommt, ohne jemals irgendwo still gestanden zu haben. Solches lebendige Wasser wurde für rituelle Waschungen gebraucht, was die Juden dazu veranlasste, ein geniales Kanal-System für den Wassertransport zu bauen. Der Teich von Siloah (Johannes 9) war gefüllt mit solchem Wasser, das über den ganzen Weg von Bethlehem durch solche Kanäle hergeleitet wurde. Wenn er den Heiligen Geist mit Wasser vergleicht, gibt Jesus zu bedeuten, dass der Heilige Geist direkt von Gott selbst kommt – ohne vermittelnde Instanz. Und dieses lebendige Wasser, sagt Jesus hier, wird im Gläubigen zu einer neuen Quelle, aus der das lebendige Wasser in das ewige Leben hineinfliesst. Dies impliziert, dass nicht nur Gott durch den Heiligen Geist unmittelbar mit dem Menschen kommuniziert, sondern dass auch der Mensch durch den Heiligen Geist mit Gott in direkte Beziehung treten kann.

Fünf Tage nach Jesu Himmelfahrt wurde den Jüngern Christi in Jerusalem der Heilige Geist geschenkt (wie es uns die Bibel in Apostelgeschichte 2 erzählt). An dieses Geschenk des Geistes wird jährlich erinnert, wenn Christen auf der ganzen Welt Pfingsten feiern (das Wort „Pfingsten“  kommt vom Griechischen pentèkostè, was wörtlich: der fünfzigste [Tag] bedeutet). Denn sie wissen, dass dieser Geist all jenen gegeben ist, die ihr Herz für Jesus öffnen. Unzählige Christen aus aller Welt erleben dies täglich.

Vielleicht ist deine Seele so durstig, wie die Seele von Liszt`durstig war. Egal, ob du den Geist bisher noch nie erlebt hast, oder ob du Erneuerung durch den Geist brauchst: Du kannst Liszt` Gebet mitbeten (mit dem oben angegebenen Youtube-Link, in einer Aufführung von Zoltán Kocsis) und um den Geist in deinem Herzen bitten.
Falls du bisher noch nie den Geist erhalten hast und Fragen dazu hast, kannst du dich sehr gern bei uns melden.

Text: Dr. Marcel Zwitser 
Übersetzung: Semira Roth

Zurück zur Übersicht