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02.
April
2014

Johannes 3, 14-20 / 4. Mose 21,4-9

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„Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.

Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.

Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden.“

[/vc_column_text][vc_column_text]Jesus leitet seine Worte über die Sendung des Sohnes ein (Querverweis auf 4. Mose 21, 4-9).

Dort finden wir einen seltsamen Text. Die aus der ägyptischen Knechtschaft befreiten Israeliten murren über das Manna. Dies entfacht Gottes Zorn. Er sendet Schlangen, die die Israeliten beissen. Viele sterben, bis sie Mose um Hilfe bitten.

„Da sprach der HERR zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben. Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.“ (V.8+9)

Der Herr sendet Schlangen: Man könnte auch frei übersetzen: „Er lässt sie los.“ Oder: „Er hält die Schlangen, die es in der Wüste gibt, nicht mehr zurück.“

Denn Gericht ist dasselbe wie der fehlende Schutz Gottes.

„Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse.“

Warum muss Mose eine bronzene Schlange machen? In seinem Buch „State of the Arts. From Bezalel to Mapplethorpe“ schreibt G. E. Veith Jr.:

„Hier gibt die Schrift ein profundes Beispiel dafür, wie Kunst bei den Adressaten eine Einsicht in die Sündhaftigkeit und eine Ahnung von Rettung durch Gnade aus Glauben hervorrufen kann. Gott wollte, dass das Volk seine Blicke auf die Schlange richtete: auf ein Bild der Strafe, die er ihnen auferlegte. Er wollte, dass sie Sein Gericht und ihre Sündhaftigkeit vor Augen hatten.

Aber hatten sie da nicht bereits? Sahen sie das nicht bereits überall um sie herum in den realen Schlangen, die durchs Lager glitten? Warum sollte der Blick auf ein Bild, auf ein Werk aus glitzernder Bronze, sie mehr überzeugen denn die wirklichen Schlangen aus Fleisch und Blut und Gift?

Die Schrift legt uns hier etwas vor, was heutige Wissenschaftler gerade entdecken: wie Kunst wirkt.

Kunst ist so wirkungsvoll, weil sie die Wahrnehmung intensiviert. Dies, indem ein Objekt oder eine Erfahrung aus ihrem eigentliche Kontext herausgehoben werden, was ein neues und vollständigeres Verstehen ermöglicht.

… Als die Israeliten auf die in der Wüstensonne glitzernde Bronze-Schlange sahen, nahmen sie diese anders wahr als die durch ihre Zelte zischenden Vipern. Indem sie auf das Abbild schauten, erkannten sie Gottes Zorn über ihrer Sünde.

Die realen Schlangen waren nicht einfach zufällig hergekommene Wüsten-Vipern, ein schreckliches Naturereignis, sondern Werkzeuge des göttlichen Zorns; dies erkannten sie, weil die Metallschlange ihnen diese Deutung aufzwang – kraft der darin wirkenden göttlichen Botschaft.

Die Bronzeschlange ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass Kunst die Leute aufrütteln kann, damit sie die Wahrheit erkennen.“

Es ist nun aber nicht die Kunst, die rettet. Sie führt „nur“ zur Erkenntnis der Wahrheit, dass Gott zornig ist und dass es der Umkehr und seiner Gnade bedarf. Gott ist dann gnädig dem, der erkennt und bereut. Dieses Ereignis in der Wüste nimmt auf geheimnisvolle Weise das Ereignis von Golgotha vorweg. Jesus wird wie die Schlange erhöht.

Martin Luther schreibt: „Jesus Christus ist uns verdammten Menschen gleich geworden und am Kreuz gehangen als ein giftiger, böser und schädlicher Wurm (Psalm 22,7 – jener Psalm, den Jesus am Kreuz betet!).

Ja, er scheint eben der Schlange gleich, die uns im Paradies in den Schweiss gebracht hat, dem Teufel.

Ja er ist vor der Welt also verachtet und verdammt gewesen, dass man ihn mitten unter die Mörder als ein Erzbösewicht gehängt hat“ (Jesaja 53,12).

Dem entspricht 2. Korinther 5,21: „Den, der ohne jede Sünde war, hat Gott für uns zur Sünde gemacht, damit wir durch die Verbindung mit ihm die Gerechtigkeit bekommen, mit der wir vor Gott bestehen können.“

Der Schriftgelehrte Nikodemus kennt die Geschichte von der Bronze-Schlange natürlich gut. Jesus gebraucht sie, um ihm zu zeigen, wer er ist und was er tut. Dabei spricht er auch die berühmten Worte: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (V.16)

Wie kann man nun diesen Glauben ergreifen? Hat Nikodemus ihn ergriffen? Wir wissen es nicht.

Jedenfalls erfahren wir über ihn nicht, was wir 17 Kapitel später von Thomas lesen, als der Auferstandene sich ihm zeigt. Thomas sagt schlicht: „Mein Herr und mein Gott.“

Es ist ein Wort der Anbetung und des Bekenntnisses, des freudig ergriffenen Glaubens. Auch wir sind eingeladen, diese Worte zu unserem Gebet zu machen.

> Antworte ich auf die Botschaft in Johannes 3, 14-20 mit dem Gebet des Thomas oder bin ich eher wie Nikodemus, der unschlüssig weggeht und vielleicht noch Zeit zum Nachdenken braucht? Welche Fragen habe ich in diesem Zusammenhang? (bitte Fragen jederzeit schreiben an: info@crescendo.org )

> Möchte ich auch andere darauf aufmerksam machen und dazu einladen, zu glauben? Was heisst das konkret?

> Wie verstehe ich meine Kunst im Licht von 4.Mose 21?[/vc_column_text][vc_column_text]TUNE IN 66 vom 2. April 2014 |Text: ist Beat Rink, Präsident von ARTS+ | Bild: Bild: Hospitalkirche Hof: Schlange des Mose Weitere TUNE INs findest Du hier[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

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Künstlerportrait

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Maya Heusser

Theater, Musical
Bühnenreif macht Musicals. Konzept, Story und Regie von mir und alles andere aus meinem grossen Netzwerk. Zur Zeit sind wir mit dem Musical Küstenpfad auf Tournee. Ein Stück für die kleine Bühne mit viel Weitsicht. Das Thema ist Einsamkeit und
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