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12.
März
2017

Improvisation und Heiliger Geist

Eine Tagung, die letzte Woche auf Einladung des Jazzmusikers Uwe Steinmetz in der theologischen Fakultät Leipzig stattfand, galt dem Thema: „Jazz und Liturgie“. Prominente Jazzmusiker und Theologen aus verschiedenen Ländern traten in einen regen Dialog. Die Diskussion kreiste unter anderem um die Frage: „Was kann Theologie vom Jazz lernen?“ Diese Frage ist ungewöhnlich. Im Allgemeinen geht sie in die andere Richtung: „Was können Jazz (und überhaupt Musik und Kunst) von der Theologie lernen?

Der Theologe Prof. Jeremy Begbie sprach über: „Der Heilige Geist als Improvisator“. Wie die meiste Musik (auch Klassik!) aus dem Wechselspiel zwischen vorgegebenen Regeln und Kontingenz, d.h. aus unvorhersehbaren Momenten entsteht, so eröffnet auch der Heilige Geist einen Zwischenraum zwischen Ordnung und Unordnung. Man könnte diese Zwischenraum Nicht-Ordnung (non-order) nennen. So gehört zum Beispiel das Phänomen des Lachens weder der Ordnung noch der Unordnung zu, sondern der Nicht-Ordnung. In diesem Improvisations-Raum entsteht Neues, Überraschendes und Unvorhersehbares. Improvisation bezieht sich dabei nicht nur auf das Vergangene, sondern antizipiert auch Zukünftiges. So ist auch das Wirken des Heiligen Geistes ein Vorgeschmack der neuen Schöpfung. Improvisation braucht dazu aber eine Bedingung: Freiheit von Angst.

Anknüpfend an diese Gedanken aus dem (viel umfassenderen) Vortrag von Jeremy Begbie, können wir uns sehr konkrete Fragen stellen:

Wo erleben wir, dass der Heilige Geist mit uns „improvisiert“ hat oder „improvisieren“ möchte?

Wo erleben wir in unserem Leben und in unserer Kunst einen un-kreativen Stillstand, weil wir Angst haben vor Neuem?
Vielleicht bleiben wir beim Vergangenen stehen, weil wir darin Halt und Sicherheit suchen.

Wo möchte der Heilige Geist etwas Gutes in unserem Leben aufnehmen, um es weiterzuführen? Vielleicht etwas, das wir vergessen oder für tot erklärt haben? Vielleicht etwas, was wir rebellisch über Bord geworfen haben – und die Folge sind nun eher Unordnung und Chaos.

Wo möchte Gott, dass wir Neues wagen und uns im Vertrauen auf ihn in ein „neues Land“ begeben? „Neuland“ ist übrigens der Titel einer sehr spannenden christlichen Konferenz in der Schweiz Ende Jahr – mit einer interessanten „Kunstzone“ (LINK).

Nehmen wir uns in den nächsten Tagen bewusst Zeit, um darüber nachzudenken. Lesen wir dazu, was Jesus in Johannes 3 über den Heiligen Geist schreibt und dazu 2.Korinther 5,17

Text: Beat Rink

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Künstlerportrait

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Tanja Urben

Gesang, Musical, Performance Art
Nach Abschluss der Matura mit Schwerpunktfach Musik (Querflöte) in Basel, absolviert Tanja Urben von 2006 – 2009 die dreijährige Ausbildung zur diplomierten Musicaldarstellerin an der «Swiss Musical Academy» in Bern (CH) und bildet sich 2011 in New York am Steps
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