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16.
Februar
2017

Haben wir noch Humor?

Siehe Video.

In einer Welt, in der es nicht viel zu lachen gibt – darf es da humorvolle Kunst geben? Ist es uns Christen erlaubt oder vielleicht sogar aufgetragen, zu lachen und andere zum Lachen zu bringen?
Dazu in diesem und im nächsten TUNE IN einige Gedanken in loser Reihenfolge:

„Ernst ist das Leben, heiter die Kunst“, schreibt Friedrich Schiller. Stimmt das? Tatsächlich ist heutige Kunst oft alles andere als heiter, sondern zuweilen eher düster und dunkel. Dies vielleicht aus Angst, oberflächlich zu werden und ins Triviale abzugleiten. Aber wo grosse Künstler nicht mehr leichte und auch humorvolle Werke hervorbringen wollen, überlassen sie das Feld des „Humors“ zweitrangigen Künstlern – mit entsprechenden Konsequenzen. Der Komponist Pierre Boulez etwa hat gesagt, er habe nichts gegen Popmusik, müsse aber beklagen, dass es zu wenig gute Popmusik gebe. Wer ist schon gegen Humor in der Kunst? Schon Horaz lobte: „Aut prodesse volunt / aut delectare poetae“ – “die Dichter wollen entweder nützen oder erfreuen. Humor gehört zur Kunst. Gerade auch zu guter Kunst!

Humor und die „leichte Muse“ stellen sich nicht auf Geheiss ein. Sie müssen einer inneren Überzeugung entspringen. Und vor allem einer Begabung zum Humor. Nichts ist komischer, als wenn ein humorloser Mensch einen Witz erzählen will. Oder wenn ein Bundespräsident mit ernster Miene über Humor spricht – wie im letzten Jahr der oberste Schweizer Minister (siehe Videolink). Nun haben Christen aber den Vorteil, dass sie das Evangelium kennen, übersetzt „die frohe Botschaft“, und damit viel Grund zu ansteckender Freude haben. Also: Christen sollten tendenziell fröhliche Menschen sein. Was natürlich nicht heisst, dass nicht auch traurige Ereignisse und Stimmungslagen zum Leben eines Christen gehören, die wir auf keinen Fall weglächeln dürfen! Es ist also nicht falsch, wenn sich gerade auch christliche Künstler fragen: Gibt es Platz für Humor in meinem Werk – und vor allem in meinem Leben?

Humor ist nicht nur wohltuend, sondern auch heilend. Aus dem 18. Jahrhundert wird berichtet, dass ein taubstummer Mann geheilt wurde, als er eine Vorstellung des berühmten Clown Joseph Grimaldi besuchte. Ebenfalls aus England stammt der Bericht eines Mannes, bei dem eine schwere Infektionskrankheit durch Witze-Erzählen verschwand. Man mag dies vielleicht nicht so recht glauben. Was sicher stimmt: Humor schafft eine heilende Distanz zu so manchen Dingen, die schwer sind oder die wir zu schwer nehmen. Lachen wird tatsächlich in der psychologischen Behandlung eingesetzt. Auf jeden Fall sehnen sich die Menschen nach Humor. Nur schade, dass er oft so schlecht ist…

Fragen: Wie und wo gibt es Humor in meinem Glauben, in meinem Leben, in meiner Kunst

(Fortsetzung folgt)

Text: Beat Rink

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Künstlerportrait

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Tanja Urben

Gesang, Musical, Performance Art
Nach Abschluss der Matura mit Schwerpunktfach Musik (Querflöte) in Basel, absolviert Tanja Urben von 2006 – 2009 die dreijährige Ausbildung zur diplomierten Musicaldarstellerin an der «Swiss Musical Academy» in Bern (CH) und bildet sich 2011 in New York am Steps
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