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12.
Mai
2021

God’s timing / Gottes Timing

ENGLISH

There is a scene in the first chapter of the Acts of the Apostles which could have set the followers of Jesus in panic: having lost their Lord once already on Good Friday, they now see him disappearing in a cloud. Yet again, God’s story moves too fast for the disciples and is too much for them to deal with. Don’t we have the same experience sometimes, too?
But this same chapter, currently relevant to Ascension Day (which the Western churches celebrated on May 13), contains at least four statements showing one thing: God’s “timing” is good.

1.
Jesus remained on earth for 40 days after his resurrection (verse 3). The length of this period is not a matter of chance. 40 is the number of “wholeness”, of “completeness”. Think of the four points of the compass.
The message: God’s time plan is perfect.

2.
Jesus gives the apostles firm instructions: Do not leave Jerusalem until you have been baptised with the Holy Spirit (v. 4)! This is a clear warning: avoid hasty action, even if results from the best of missionary intentions. A premature launching into mission would be as disastrous as a mountain hike without good shoes or a sea voyage in an unseaworthy ship.
The conclusion: God’s timing should not be redefined by us humans. If we are impatient where God is patient, it can lead to problems.

3.
Jesus does not give an answer to the question about the restoration of Israel and therefore about the establishment of God’s Kingdom (v.6). What would happen if God revealed this? The disciples could either be seized with panic or, on the other hand, relax with some calm thoughts: “We’ve still got 3000 years to go… No need to get over-excited!”
The consequences for us: God does not give us a timetable, whether on the time-scale of world history or for our own lives. He challenges us to listen to him continuously and to find out when the time is right for something.

4.
The apostles forget time (v.10). They stand staring endlessly into the sky, so much so that God has to send an angel with clear words: Jesus has gone and his return will be at some later time. But now it is time for the disciples, after Jesus’ “heavenly journey”, to set off on their “earthly journey”.
The learning point for us: God helps us to find the kairos for our “earthly journey” and not to miss what has to be done “here below”. (This provides a counterpoint to Point 2).

We could summarise it this way:
God’s time planning is perfect. Although we do not know the details of his timetable, we know that God will not miss anything. He acts in his own time and on his timescale (a thousand years are like a day for him, and conversely – 2 Peter 3:8).
But we also have the task of distinguishing between God’s planning for world history and salvation and for our lives. The important point: God does not have a rigid bus timetable for our lives, allowing no freedom or room for our choices of action. We are of course not God’s slaves, but his children, with full authorisation to make decisions. If we come late in the morning, the bus is usually gone. This is not how it is with God. And conversely: if we are too early or too eager, he may intervene correctively – as when Jesus healed the soldier’s ear.
But with certain things, of course, we are dependent on God’s time setting. In these cases, God helps us to listen to him and find out, on so many occasions, which important things have to be done when.
Acts of the Apostles is full of such experiences of “God’s timing” and of God’s helpful intervention in his apostles’ time planning.

Questions:

How does our “timing” look? Do we tend to be impatient, or is there a danger that we will procrastinate with important things?

How does it look for us as artists? Do we sense when the time is right for something in our art?

Do we take up time as a theme in our art: our time and God’s time?

Text: Beat Rink / Translation: Bill Buchanan

 

DEUTSCH

Das Kapitel 1 der Apostelgeschichte erzählt von einer Szene, die die Nachfolger von Jesus in Panik versetzen könnte: Nachdem sie ihren Herrn an Karfreitag schon einmal verloren hatten, entschwindet er nun in einer Wolke. Wieder einmal geht Gottes Geschichte an den Jüngern vorbei und überfordert sie. Geht es nicht auch uns manchmal so?
Aber da gibt es in diesem Kapitel, das soeben zur Himmelfahrt (13. Mai) wichtig wurde, mindestens vier Aussagen, die zeigen: Gott hat ein gutes „Timing“.

1.
Jesus blieb vierzig Tage nach seiner Auferstehung auf der Erde (Vers 3). Diese Zeitspanne  ist kein Zufall. Vierzig ist die Zahl der „Ganzheit“, der „Vollkommenheit“. Man denke an die vier Himmelsrichtungen.
Also gilt: Gottes Zeitplan ist vollkommen.

2.
Jesus schärft den Aposteln ein: Geht nicht aus Jerusalem weg, bevor ihr mit dem Heiligen Geist getauft werdet (V 4)! Die Warnung ist deutlich: Handelt nicht überstürzt, nicht einmal aus ernst gemeintem Missionseifer. Ein verfrühter Aufbruch zur Mission wäre so verheerend wie eine Bergtour ohne gute Schuhe oder eine Seefahrt ohne intaktes Schiff.
Das heisst: Gottes Zeitplan darf von uns Menschen nicht anders definiert werden. Wenn wir ungeduldig sind, wo Gott geduldig ist, kann es Probleme geben.
 
3.
Jesus beantwortet die Frage nach dem Zeitpunkt der Wiederherstellung Israels und damit nach dem Anbruchs des Reiches Gottes nicht  (V.6). Würde Gott dies offenbaren: Was wäre die Folge? Die Jünger könnten entweder in Panik geraten oder dann denken: „Es geht ja noch 3000 Jahre…Alles nicht so schlimm!“
Daraus folgt: Gott gibt uns keinen Fahrplan, weder im weltgeschichtlichen Horizont noch für unser eigenes Leben. Er mutet uns zu, immer wieder auf ihn zu hören und herauszufinden, wann für etwas der richtige Zeitpunkt ist.

4.
Die Apostel vergessen die Zeit (V.10) . Sie starren sehr lange in den Himmel, so dass Gott Engel schicken muss, um ihnen deutlich machen: Jesus ist fort und wird erst zu einer anderen Zeit wiederkommen. Aber jetzt ist für die Jünger die Zeit gekommen,  nach der „Himmelfahrt“ von Jesus die „Erdenfahrt“ anzutreten.
Das heisst: Gott hilft uns, den Kairos zur „Erdenfahrt“ zu ergreifen und nicht zu verpassen, was „hier unten“ zu tun ist. (Darin besteht ein Kontrapunkt zum Punkt 2).
 
Zusammengefasst kann man sagen:
Gottes Zeitplan ist vollkommen. Wir kennen zwar seinen Fahrplan nicht, wissen aber: Gott entgleitet nichts. Er handelt zu seiner Zeit und nach seinem Zeitmaß (tausend Jahre sind wie ein Tag für ihn und umgekehrt – 2.Petrus 3,8). Es gilt nun aber zu unterscheiden zwischen dem grossen welt- und heilsgeschichtlichen Fahrplan Gottes und dem Fahrplan unseres Lebens. Wichtig ist: Gott hat für unser Leben nicht einen unveränderlichen Bus-Fahrplan, der keine Freiheiten und Handlungsspielräume zulässt. Wir sind ja nicht Sklaven, sondern Kinder Gottes mit grosser Entscheidungs-Vollmacht.
Wenn wir am Morgen zu spät kommen, ist der Bus meist abgefahren. Bei Gott ist es nicht so. Und umgekehrt: wenn wir zu früh  und zu eifrig sind, kann er korrigierend eingreifen – wie er das Ohr des Soldaten geheilt hat.
Aber es gibt zweifellos Dinge, bei denen wir auf Gottes Zeitangaben angewiesen sind. Gott hilft uns dann, auf ihn zu hören und immer wieder herauszufinden, welche wichtigen Dinge wann getan werden müssen.
Gerade die Apostelgeschichte ist voll von solchen Erfahrungen mit „Gottes Timing“ und mit Gottes hilfreichem Eingreifen in die Zeitpläne seiner Apostel.

Fragen:

Wie sieht unser „Timing“ aus: Sind wir eher ungeduldig oder in der Gefahr, wichtige Dinge hinauszuzögern?

Wie sieht das für uns als Künstler aus: Empfinden wir, wann für etwas in unserer Kunst die richtige Zeit ist?

Thematisieren wir in unserer Kunst die Zeit: unsere Zeit und Gottes Zeit ?
 

 Text: Beat Rink

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Künstlerportrait

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Maya Heusser

Theater, Musical
Bühnenreif macht Musicals. Konzept, Story und Regie von mir und alles andere aus meinem grossen Netzwerk. Zur Zeit sind wir mit dem Musical Küstenpfad auf Tournee. Ein Stück für die kleine Bühne mit viel Weitsicht. Das Thema ist Einsamkeit und
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