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02.
April
2016

Gedanken zu Kunst und Gnade – Teil 3

„Kunst gibt (wie Gott)
dem Unnützen Wert,
dem Wertvollen Nutzen,
dem Nützlichen zweckfreie Schönheit zurück.“

Dieser letzte Teil des bereits in TUNE IN 163 und 164 behandelten Aphorismus behauptet: Gottes Gnade, die aus Liebe kommt, verleiht „Schönheit“. Diese Schönheit ist zweckfrei. Das heisst: Der sich nützlich machende, Frucht bringende Mensch wird von Gott nicht aufgrund seines Dienstes für wertvoll erachtet und geliebt. Und er selbst definiert sich hoffentlich auch nicht durch seine eigenen Liebestaten oder holt seinen Selbstwert aus den guten Dingen, die er tut.

Ein Mensch kann aber tatsächlich in sehr egozentrischer Weise um seine guten Werke kreisen und auch von anderen entsprechende Bewunderung einfordern.
C.S.Lewis (1896-1963) schreibt einmal von einer Frau, die mit ihrer aufdringlichen Dienstbeflissenheit ihre Umgebung so tyrannisiert, dass ihr Tod von allen als Erlösung empfunden wird. Solche Menschen tendieren paradoxerweise auch dazu, ihren Liebesdienst als Opfer zu empfinden und andere spüren zu lassen, wie sehr sie sich aufopfern. Dies, obwohl sie an ihrer Aufopferung nicht nur leiden, sondern diese eben zur Steigerung ihres Selbstwertgefühls brauchen.

In der Bibel wird aber jede Tendenz zurückgewiesen, sich durch seine Taten zu definieren, geschweige denn, mit ihnen (Paulus spricht von „Werken“) vor Gott bestehen zu wollen. Als die Jünger voller Freude von ihrer ersten Mission zurückkehren, wo sie Wunder erlebt haben, sagt Jesus: “Doch darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind. Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.“ (Lukas 10, 20) Jesus meint damit nicht: ‚Eure Werke sind wertlos’. Aber: ‚Es gibt eine Existenz in Gottes Himmel, die eure wahre Identität (Namen = Identität) ausmacht und die euer Leben prägen soll.’ In der Bibel besteht eine enge Konnotation zwischen „Himmel“ und „Herrlichkeit (und damit auch: Schönheit) Gottes.“ An dieser Herrlichkeit (Schönheit) haben wir schon jetzt Anteil : „Nun aber spiegelt sich in uns allen des HERRN Herrlichkeit mit aufgedecktem Angesicht, und wir werden verklärt in dasselbe Bild von einer Herrlichkeit zu der andern…“ (2.Korinther 3,18).

Gott gibt also auch dem „nützlichen“ Menschen zweckfreie Schönheit zurück! Inwiefern dies auch Kunst tun kann – in einem unendlichen Abstand, aber vielleicht doch in gewisser Analogie zu Gott – darauf wird TUNE IN 166 eingehen.

Text: Beat Rink

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Künstlerportrait

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Heike Röhle

Bildende Kunst
Geboren 1969 in Hof (D)/ Studium an der Universität Hildesheim: Malerei/Druckgrafik, Literatur, Theater/ lebt und arbeitet in der Nähe von Bern (CH)/ /arbeitete an verschiedenen Institutionen und Museen als Kunstvermittlerin/ 2014 Gründung von KUNSTSPIEL /seit 2017 verschiedenen Einzel- und Gruppenausstellungen
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