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14.
März
2016

Gedanken zu Kunst und Gnade – Teil 1

„Kunst gibt (wie Gott)
dem Unnützen Wert,
dem Wertvollen Nutzen,
dem Nützlichen zweckfreie Schönheit zurück.“

Stimmt dieser Aphorismus? Gibt es wirklich eine solche Gemeinsamkeit zwischen Kunst und Gott, deren Triebkraft man „Gnade“ nennen könnte? Wir schauen in dieser Woche die erste Aussage an: „Kunst gibt (wie Gott) dem Unnützen Wert“ und wenden uns in den nächsten TUNE INs den weiteren Zeilen zu.

In der deutschen Sprache gibt es das Wort „Nichtsnutz“. Einen Menschen, über den dieses Urteil ausgesprochen wird, trifft dies wie ein Hammer. Schlimm ist, dass unsere Leistungsgesellschaft mehr und mehr vermeintliche „Nichtsnutze“ produziert: Menschen, die den hohen Ansprüchen des Berufslebens nicht genügen.

Haben uns solche Worte schon selber getroffen – aus dem Mund von Eltern, von Lehrern, von Freunden? Wie sehr haben sie uns geprägt?
Vielleicht haben wir auch zu uns selber gesagt: „Ich bin ein Nichtsnutz!“ Tatsächlich gibt es im Leben immer wieder Leerläufe, Momente des Versagens. Wir kennen Fehler und Schuld. Und da sind wir mit so einem Hammer-Urteil schnell zur Hand. Vielleicht auch anderen gegenüber…

Oder meinen wir gar, Gott denke so von uns? Aber Gott sieht uns als wertvolle Menschen! Wie wertvoll etwas ist, erkennt man am Preis, den man dafür bezahlt. Gott hat den grössten Preis bezahlt, um uns zu „erkaufen: Seinen Sohn (Matthäus 20,28).
Es ist schwierig, sich vor Augen zu halten und zu bekennen (griechisch heisst bekennen „dasselbe sagen“): Gott gibt dem „Nutzlosen“ Wert.

Kunst kann Gleichnisse dafür finden. Die Dada-Kunst wies vor genau 100 Jahren in diese Richtung, indem sie auf provokante Art proklamierte: Es gibt eine Welt jenseits des Nützlichkeits-Denkens. Und diese Nonsene-Welt ist in ihrer völligen Nutzlosigkeit interessant und wertvoll.

Ähnliches hat Jean Tinguely mit seinen spielerischen Maschinen aus Schrott ausgedrückt. Meine Mutter, die mit ihm auf die Kunstakademie ging, erinnerte sich an jene Stunden, wo der Lehrer für figürliches Zeichnen Tinguely (der nicht gut zeichnen konnte) hinausschickte – sozusagen als Nichtsnutz. Nach zwei Stunden kam dieser aber von irgendeinem Schrottplatz zurück mit einem künstlerisch raffiniert zusammengebauten Objekt aus Eisenabfällen – sehr zum Erstaunen des Lehrers und der Kollegen. Dies wiederholte sich von da an mehrere Male.

Eine heutige Schweizer Künstlerin, Pia Maurer, spricht eine ähnliche Sprache. Sie schafft aus Abfällen Kronleuchter. Oder sie bittet Menschen auf der Strasse vor einen goldenen Hintergrund, um diese dann zu fotografieren. So entstehen „Urban Icons“, wobei „Ikonen“ durchaus christlich gemeint sind.

Können auch wir uns (zumindest gedanklich) vor einen solchen Goldhintergrund stellen und uns sagen lassen und dasselbe sagen: „Du bist wertvoll!“ ?
Können wir dankbar annehmen, was von Gott her gilt: „In den Augen anderer und nach dem eigenen Gefühl bin ich vielleicht „unnütz“, aber mit dem Teuersten erkauft!“ ?

Text: Beat Rink

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Künstlerportrait

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Samuel Schmidt

Film, Fotografie, Kunsthandwerk
Samuel mag es Geschichten in cinematografische Bildausschnitte zu verpacken und mit berauschendem Sound zu untermalen. Er hat 2003 zusammen mit Curdin Schneider an den Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur den Preis für bester Schweizer Film gewonnen. Er liebt analogen Film und seine
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