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20. März 2018

“Framed by God” Thoughts on an image on Psalm 139 / „Umrahmt von Gott“ Eine Bildbetrachtung zu Psalm 139

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ENGLISH

The artist Anita Sieber has created a series of Psalm images. She exhibited some of them on 11th March, 2018, in the “Creative Church” in Basel. The sermon reflected on them. Here are some (shortened) thoughts on Psalm 139.

“You know when I sit and when I arise; you perceive my thoughts from afar. You discern my going out and my lying down; you are familiar with all my ways. There is not a word on my tongue, oh Lord, that you do not know completely. You surround me on all sides and hold your hand over me.”

When one looks at the Psalm Panel “139” by Anita Sieber, there is not in fact a lot to see. The picture has been kept very simple, but, with dimensions of 80 x 80 cm, develops great intensity. The main object is a rectangle which truly is surrounded on all sides. What did the artist want to say with that? We do not know, but we can guess that she wanted to show how man is framed by God. The image of God has a frame. Just as Paul likewise says, the believer is IN Christ.

The frame goes around the entire picture. God surrounds us on all sides, including our weakest and the worst sides. Nor does this frame fall apart as soon as we make a mistake.
Is this frame threatening? Not everyone wants to be surrounded by God. God cannot have good intentions with us. The hand which hovers over us could clench into a fist.

But the frame is red, like love. And red like the wine that we drink in communion. Red like the blood poured out on the cross.
Does this frame confine us? Every frame sets a boundary. But every good frame also liberates. This is what one experiences, for example, in a happy relationship: although there are mutual obligations, we experience love, encouragement, joy and strength. It is true that one might wish to flee sometimes, if things do not go according to one’s wishes (verse 7). But then one discovers, fortunately, that it cannot be done as easily as that. Otherwise we would be left unsupported.

“If I went up to the heavens, you are there; if I made my bed among the dead, you are there too….” (verses 8ff.). Yes, sometimes we feel alone. We are left “in the middle of nowhere” or feeling our way forwards in a dense mist. Or the burden of worry seems to be piling up over our heads. But then we have God’s frame. It brings us back down to earth and puts firm ground under our feet. It does not let us lose our way. And when we are in darkness, it draws us back in the light.

Some things become noticeable when looking at the picture close up: the rectangle (the person?) is not a blank sheet. There is handwriting on it. A page from the Bible has been glued into the middle. The word of God is inscribed in the believer. In this way, we are also supported inwardly. And this is the way that this Psalm supports us internally. It speaks to us – perhaps forming a counterpoint to the state of our lives and feelings at this moment: you are held, you are on firm ground. You are not wandering around lost, nor do you have to remain in darkness. You are a framed image of God, framed by his love.

Text: Beat Rink
Translation: Bill Buchanan
Picture: Anita Sieber Hagenbach, CH-Unterendingen, www.art-asi.ch , Psalm 139 (2015), 80 x 80 cm, mixed techniques.  

PS: In the next two weeks, we are in Africa with a team for projects with musicians (www.music-road-rwanda.de and http://www.crescendosouthafrica.org/en), so the TUNE INs will not appear again regularly until the middle of April.

DEUTSCH

Die Künstlerin Anita Sieber hat eine Reihe von Psalmtafeln gestaltet. Einige davon zeigte sie am 11.März 2018 in der „Kirche kreativ“ in Basel. Die Predigt nahm darauf Bezug. Hier eine (gekürzte) Betrachtung zu Psalm 139.

“Ob ich sitze oder stehe, du weisst es, du verstehst meine Gedanken von fern. Ob ich gehe oder liege, du hast es bemessen, und mit allen meinen Wegen bist du vertraut.
Kein Wort ist auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht ganz und gar kennst. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“

Betrachtet man die Psalmtafel „139“ von Anita Sieber, so sieht man eigentlich nicht viel. Das Bild ist sehr schlicht gehalten, wirkt aber bei einer Grösse von 80 x 80 cm sehr intensiv. Da steht ein Rechteck, das tatsächlich von allen Seiten umgeben ist. Was wollte die Künstlerin damit sagen? Wir wissen es nicht. Wir können aber vermuten, dass sie darstellen wollte: Der Mensch ist umrahmt von Gott. Das Ebenbild Gottes hat einen Rahmen. So wie auch Paulus sagt: Der glaubende Mensch ist IN Christus.

Der Rahmen läuft um das ganze Bild herum. Gott umgibt uns von allen Seiten, auch von der schwächsten, auch von der schlechtesten. Der Rahmen löst sich auch nicht auf, sobald wir einen Fehler machen.

Ist dieser Rahmen bedrohlich? Nicht alle Menschen wünschen, dass Gott sie umgibt. Gott könnte es nicht gut mit uns meinen. Seine über uns schwebende Hand könnte sich zur Faust ballen. Aber der Rahmen ist rot wie die Liebe. Und rot wie der Wein, den wir beim Abendmahl trinken. Rot wie das am Kreuz vergossene Blut.

Ist dieser Rahmen einengend? Jeder Rahmen setzt eine Grenze. Aber jeder gute Rahmen setzt auch frei. Wir erfahren dies zum Beispiel in einer glücklichen Beziehung: Bei aller gegenseitigen Verpflichtung erfahren wir Liebe, Ermutigung, Freude und Kraft. Zwar möchte man manchmal fliehen, wenn es nicht nach dem eigenen Willen geht (Vers 7). Aber dann zeigt sich: So leicht geht das zum Glück nicht. Sonst wären wir haltlos.

„Stiege ich hinauf zum Himmel: Du bist dort, und schlüge ich mein Lager auf im Totenreich, sieh, auch da bist Du….“ (Vers 8ff.). Zwar fühlen wir uns manchmal einsam. Wir hängen „in der Luft“ oder tappen orientierungslos im Nebel. Oder die Last der Sorgen scheint uns zu begraben. Aber da ist der Rahmen Gottes. Er holt uns auf die Erde hinunter und gründet uns. Er lässt uns nicht in die Irre gehen. Und er zieht uns, wenn wir im Dunklen sind, wieder ans Licht.

Das Bild, aus der Nähe betrachtet, lässt erkennen: Das Rechteck (der Mensch) ist kein unbeschriebenes Blatt. Es läuft eine Handschrift darüber. In der Mitte klebt ein Bibelblatt. Das Wort Gottes ist in den glaubenden Menschen eingeschrieben. So sind wir auch von innen gehalten. Und so hält uns auch dieser Psalm von innen her. Er spricht uns zu – vielleicht kontrapunktisch zu unserer jetzigen Lebens- und Gefühlslage: Du bist gehalten, du bist gegründet. Du irrst nicht allein umher und musst auch nicht im Dunkeln bleiben. Du bist ein gerahmtes Ebenbild Gottes, umrahmt von seiner Liebe.

Text: Beat Rink
Bild: Anita Sieber Hagenbach, CH- Unterendingen, www.art-asi.ch , Psalm 139 (2015), 80x 80, Mischtechnik

PS: In den nächsten Wochen sind wir mit einem Team in Afrika zu Musikerprojekten (www.music-road-rwanda.de undhttp://www.crescendosouthafrica.org/en ), weshalb die TUNE INs erst wieder ab Mitte April regelmässig erscheinen.

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