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20. September 2017

Cultural power for the powerless / Kulturelle Macht für die Machtlosen

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ENGLISH

In his book “Culture Making”, Andy Crouch speaks very impressively about “cultural power” (i.e. “the ability to successfully propose cultural goods”). How do Christians handle this kind of “power”? Certainly differently from people who know purely “worldly” standards and are only focused on their own success.

“For the basic thing we are invited to do with our cultural power is to spend it alongside those less powerful than ourselves. The more customary phrase would be spend it on behalf of the powerless, but that is not the way power works in God’s economy. The way to spend cultural power is to open up for others the opportunity to create new cultural goods, adding our resources to theirs to increase their chance of moving the horizons of possibility for some community.
And while there are a few categories of people— the very young, the very old and the very ill— who might be truly said to be powerless (and who do especially require our service), the stories of exodus and resurrection convince us that God’s power is available even to those who do not seem to have any power of their own. We do not approach the relatively powerless as recipients of our charity but as sources of a power that we who are relatively powerful may not even know.
When we put our power at their service, we unlock their creative capacity without in any way diminishing our own…
(…)
Like the disciplines of fidelity and chastity, simplicity and generosity, acts of service and stewardship are not just quaint or pious exercises to make us better people. They are down payments on our faith that the reality of power, that most slippery of all human realities, is not as it appears. The lesson of both exodus and resurrection is that the powerless are never as powerless as they seem. Perhaps that is the truest sense of the “good news to the poor” that Jesus came to proclaim: the poor are not as poor as they, and we, think they are. The creative God of history has made his resurrection power available to them. He has made his power available to us if we will become poor in spirit— no longer simply accumulating power but freely sharing it.”

Questions (maybe also for group discussions):

– Where have we experienced that cultural power corrupts: corrupts the character, corrupts art?

– Do we know an unhealthy “hunger for cultural power” ourselves?

– How and where can we support the “culturally powerless” and help them on their path of creating culture?

Quotes from the book “Culture Making” by Andy Crouch, p. 230ff.

Editor: Beat Rink / translation: Bill Buchanan

DEUTSCH

In seinem Buch „Culture Making“ spricht Andy Crouch sehr eindrücklich von „kultureller Macht“ (d.h. „von der Fähigkeit, erfolgreich Kulturgüter hervorzubringen“). Wie gehen Christen mit dieser Art von „Macht“ um? Sicher anders als Menschen, die rein „weltliche“ Massstäbe kennen und nur den eigenen Erfolg vor Augen haben.

„Grundlegend für unseren Umgang mit kultureller Macht ist, dass wir sie im Verbund mit jenen einsetzen, die weniger Macht haben als wir. Eine gängige Empfehlung lautet: Lasst uns zugunsten der Ohnmächtigen die eigene Macht aufgeben. Doch nach Gottes Ökonomie funktioniert Macht anders. Kulturelle Macht teilen heisst, anderen die Möglichkeit geben, neue Kulturgüter zu schaffen, indem wir unsere Ressourcen mit ihren Ressourcen zusammenlegen.
So wird zumindest eine gewisse Anzahl von ihnen grössere Chancen haben, die Grenzen ihrer Möglichkeiten zu verschieben. Im Blick auf einige spezielle Gruppen – ich denke an die ganz jungen, an die ganz alten und an die sehr kranken Menschen -, von denen man in der Tat sagen kann, dass sie machtlos (und auf unsere Hilfe angewiesen) sind, lehren uns die Berichte vom Exodus und von der Auferstehung, dass Gottes Macht sogar jenen zukommt, die scheinbar überhaupt keine eigene Macht mehr besitzen. Wir behandeln also die relativ Machtlosen nicht als Empfänger unserer Barmherzigkeit, sondern als Quellen einer Macht, von der die relativ Mächtigen überhaupt nichts wissen.
Wenn wir ihnen mit unserer Macht dienen, setzen wir ihre kreativen Fähigkeiten frei, ohne zugleich einen Verlust unserer eigenen Kreativität hinnehmen zu müssen.
(…)
Wie die geistlichen Disziplinen Treue und Keuschheit, Einfachheit und Grosszügigkeit, sind auch Dienen und Helfen nicht etwa veraltete oder fromme Übungen, die uns zu besseren Menschen machen sollen. Sie sind im Investitionen eines Glaubens, der weiss: Der Schein der Macht, dieser glitschigsten aller menschlichen Wirklichkeiten, trügt.
Die Lektionen des Exodus und der Auferstehung lehren, dass die Ohnmächtigen nie so ohnmächtig sind wie sie scheinen. Vielleicht ist dies die wahre Bedeutung der „guten Nachricht für die Armen“, die Jesus verkündet hat: Die Armen sind nicht so arm wie wir denken. Der kreative Gott der Geschichte hat ihnen seine Auferstehungskraft zugänglich gemacht. Und er macht sie auch uns zugänglich, wenn wir arm werden im Geist – und wenn wir Macht nicht mehr bloss anhäufen, sondern auch freigiebig teilen.“

Fragen (evtl. auch für Diskussion in Gruppen)

– Wo haben wir erfahren, dass kulturelle Macht korrumpiert: den Charakter korrumpiert, Kunst korrumpiert?

– Kennen wir selber einen ungesunden „kulturellen Machthunger“?

– Wie und wo können wir die „kulturell Machtlosen“ unterstützen und sie in ihrem kulturellen Schaffen fördern?

Übersetzte Zitate aus dem Buch “Culture Making” by Andy Crouch, InterVarsity Press p. 230ff.

Text und Übersetzung aus dem Englischen: Beat Rink

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