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07. octobre 2019

A word for burnt-out artists / Ein Wort für ausgebrannte Künstler

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ENGLISH

A couple of days ago,Edgars Mazis shared spiritual reflections with us as part of an ARTS+ conference in Vienna.  Edgars Mazis is a Baptist pastor of a big church in Riga, Latvia. He also leads a discussion group at the National Theatre and another group with actors and musicians (photo) which he organises in collaboration with Guntars Pranis (Crescendo). The main points of his reflections are summarised here.

“For this reason I remind you to fan into flame the gift of God, which is in you through the laying on of my hands, for God gave us a spirit not of fear but of power and love and self-control.” (2 Timothy 1, 6.7)
At times we face difficulties, we are disappointed. One reason for this can be people whom we see as being more spiritual than ourselves. These “more mature Christians” may then begin teaching us because they are concerned about our spiritual life and are worried we are losing our faith…
Or, to take another example: Artists, who are emotional beings, are often driven by passion and emotions; however, more often than not, a time comes, when there isn’t any inspiration left for future work. Despite having run dry emotionally and having lost all desire to be successful artists, they still have to perform on stage. However, this state of being does not pertain to artists alone. Ordinary people find themselves in this situation as well. Unfortunately, there isn’t one perfect solution to this problem. Some start drinking, others go to therapy and others again start stringent exercise programmes.

In Timothy’s case, we cannot say from Paul’s letter what exactly the cause of his sadness and dismay was. Possibly he was being reproached because his father had not adopted the Christian faith, possibly for being too young. At this point Paul encourages him to do something unusual – namely to “fan into flame the gift of God”.
Many of us are familiar with barbecues. The “old way” of getting them started is to use paper and matches in order to get the charcoal going. This process takes time and energy. And this can also be the case with our “spiritual barbecue”. It is difficult to keep our spiritual fire going when we are tired, close to burnout, and doubting our call. At this point, Paul doesn’t encourage Timothy, and in turn us, to do this on his own.  Paul knows that this is the work of the Holy Spirit. All Timothy can do, all we can do, is to hand over this process to Jesus and make room for the Holy Spirit. This may seem to be a passive act. Yet Paul also encourages Timothy in this chapter to take action: he should remember what he has been given and what he has been called to. (“…the gift of God, which is in you through the laying on of my hands”).

From this we can learn two important lessons for our lives:

1. Remember your roots,
2. Remember your divine calling.

Therefore, let us be encouraged by verse 7: We have not received a spirit of fear, but of power and love and self-control.

Text: Edgars Mazis 

DEUTSCH

Vor ein paar Tagen hat Edgars Mazis in Wien im Rahmen einer Konferenz von ARTS+ die untenstehende, hier leicht gekürzte Andacht gehalten. Edgars Mazis ist Pastor einer grossen Baptistengemeinde in Riga. Er leitet seit Jahren einen Gesprächskreis am Nationaltheater und organisiert zusammen mit Guntars Pranis (Crescendo) weitere Künstlertreffen mit Schauspielern und Musikern (Bild). 

„Deshalb ermutige ich dich dazu, die geistliche Gabe wirken zu lassen, die Gott dir schenkte, als ich dir die Hände auflegte. Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. (2. Timotheus 1, 6.7)

Es gibt Zeiten, in denen wir es schwer haben, in denen wir etwa enttäuscht sind. Da gibt es zum Beispiel Menschen, die sich uns geistlich überlegen fühlen. Diese „reiferen Christen“ beginnen dann möglicherweise, uns zu belehren, weil sie sich Sorgen um unser geistliches Wohl machen und meinen, wir würden den Glauben verlieren…

Oder ein anderes Beispiel: Künstler sind bekanntlich emotionale Menschen, die sich oft von Leidenschaften und Gefühlen antreiben lassen. Doch es  kann eine Periode eintreten, in der die Leidenschaft und Inspiration für die nächste künstlerische Schaffensphase fehlen. Trotz emotionaler Dürre und fehlendem Willen, das Beste zu geben, müssen sie dann etwa als Schauspieler auf der Bühne stehen. Allerdings kennen nicht nur Künstler, sondern auch andere Menschen solche Zeiten der  Lustlosigkeit. Leider gibt es dafür keine Musterlösung. Manche greifen zum Alkohol, andere besuchen eine Therapie und nochmals andere treiben Sport.

Uns wird nicht berichtet, was der Auslöser für die Traurigkeit und Lustlosigkeit von Timotheus war, auf die Paulus in der oben zitierten Bibelstelle anspielt. Möglicherweise wurde Timotheus dafür angeklagt, dass sein Vater kein Christ war, oder er wurde aufgrund seines jungen Alters beschimpft.

Paulus ermutigte ihn nun dazu, etwas Aussergewöhnliches zu tun, nämlich den Geist Gottes in ihm wirken zu lassen beziehungsweise das Feuer seiner gottgegebenen Gaben neu entflammen zu lassen.
Viele von uns kennen und nutzen einen Grill. Die altbekannte Methode, mit Papier und Streichhölzern Kohle zum Glühen zu bringen, fordert viel Zeit und Aufwand. So ist es auch mit unserem „geistlichen Grill“.
Wenn wir müde und dem Ausbrennen nahe sind und dazu noch an unserer Berufung zweifeln, ist es schwierig, das Feuer am Brennen zu halten.

Paulus ermutigt Timotheus und zugleich auch uns, dabei nicht allein zu bleiben. Er stellt klar, dass wir den Prozess an Jesus abgeben und für den Heiligen Geist Raum schaffen sollen, sodass er in uns wirken kann. Dies klingt zunächst sehr passiv.

Doch Paulus ermutigt Timotheus auch zu einer aktiven Handlung: Er soll sich an das erinnern, was ihm geschenkt und wozu er berufen wurde („die geistliche Gabe, die Gott dir schenkte, als ich dir die Hände auflegte“)

Daraus können wir zwei wichtige Dinge für unser Leben lernen:

1. Erinnere dich an deine Wurzeln
2. Erinnre dich an deine göttliche Berufung.

Deshalb sollen wir uns von Vers 7 ermutigen lassen: Wir haben keinen Geist der Furcht geschenkt bekommen, sondern einen Geist der Kraft, Liebe und Besonnenheit.   

Text: Edgars Mazis / Übersetzung: Marion Dirr

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