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28.
September
2016

Die Kampin kappeli, die Kamppi Kapelle ist ein Ort der Stille inmitten von Helsinki in unmittelbarer Nähe eines Eingangszentrums. Es gibt keine Predigt, keine Bibelstunden, keine Musik. Dafür Stille – und im Vorraum das Angebot, mit einem Geistlichen oder einem Sozialarbeiter zu sprechen. Dahinter stehen die lutherische Kirche von Helsinki und die Sozialen Dienste der Stadt.
Die Kapelle wurde von den Architekten Kimmo Lintula, Niko Sirola und Mikko Summanen gestaltet und 2012 eröffnet. Die Architektur ist äusserst schlicht. Licht fällt von oben in den Raum, der trichterförmig aus der Erde aufsteigt. Das vorherrschende Material ist Holz, dessen waagrechte Schichtung das vorherrschende Gestaltungsmuster bildet. Die Kapelle nimmt Elemente des traditionellen Kirchenbaus auf: Kirchenbänke, Pult mit Bibel, Kerzen, Kreuz usw.

Es ist erstaunlich: Pro Jahr besuchen rund 250’000 Menschen die „Kapelle der Stille“. Hier gestaltet Kunst „Stille“. Der Bezug zur christlichen Botschaft ist deutlich. Und Menschen suchen diese Stille und innere Einkehr. Stille ist ein Geschenk. Die Sängerin Constance Fee sagt: „Nach meiner Hinwendung zu Christus hörte ich zum ersten Mal in meinem Leben „Stille“: eine völlige Stille, die alle Stimmen in meinem Kopf zum Schweigen brachten, die mich bisher unablässig bedrängt und mich für all die Dinge angeklagt hatten, die ich falsch machte.“ (siehe TUNE IN 86)

Wir können also um innere Stille bitten. Sie ist eine Voraussetzung dafür, dass wir für Gottes Reden empfänglich werden.
Stille können und müssen wir aber auch immer wieder aktiv suchen. Die Frau eines bekannten Predigers aus dem 19.Jahrhundert, Mutter vieler Kinder, pflegte folgende Gewohnheit: Mitten im Alltagstrubel und Kindergeschrei, oft sogar in der Küche, nahm sie ihre Schürze und stülpte sie über ihren Kopf. So stand sie da, regungslos, für eine ganze Weile. Und die Kinder wussten: Die Mutter betet nun; jetzt darf man sie nicht stören.

Wo bauen wir im Tagesablauf solche Momente der Stille ein, in der wir beten, einen Psalm lesen oder ein Lied singen?
Oder wo bauen wir Stille im Jahresablauf ein?
Ich weiss von vielbeschäftigten Künstlern, die sich eine Woche Schweige-Exerzitien gönnen –zum Beispiel mit dem hervorragenden Theologen Dr. Wolfgang J.Bittner (LINK).
Wo lädt vielleicht auch unsere eigene Kunst zur Stille und zur Besinnug ein?

„Und am Morgen, noch vor Tage, stand er auf und ging hinaus. Und er ging an eine einsame Stätte und betete dort.“ (Markus 1,35)

„Musik und Stille – wie ich beide verabscheue!“ Screwtape (C.S.Lewis)

Text: Beat Rink

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Künstlerportrait

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Tanja Urben

Gesang, Musical, Performance Art
Nach Abschluss der Matura mit Schwerpunktfach Musik (Querflöte) in Basel, absolviert Tanja Urben von 2006 – 2009 die dreijährige Ausbildung zur diplomierten Musicaldarstellerin an der «Swiss Musical Academy» in Bern (CH) und bildet sich 2011 in New York am Steps
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